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Beate Limbacher

Sanieren in München – wenn der „Demolition Man“ kommt

Das Wort „Sanieren“ kommt aus dem Lateinischen: „sanare“ bedeutet soviel wie gesund machen, heilen. Das hört sich überschaubar und harmlos an, ist es aber nicht. Die Duden-Definition, „durch Renovierung, Modernisierung, Umbau oder teilweisen Abriss und Neubau umgestalten und neuen Bedürfnissen anpassen“, trifft die Bedeutung ganz gut.

In München gibt es kaum noch freien Baugrund, weshalb meist Bestandsbauten gekauft und saniert werden. Der Aufwand für eine Sanierung von Altbauten wird vom Bauherrn oft unterschätzt. Nach dem Kauf des Objekts ist das Budget bereits stark beansprucht – und hier fängt die Schwierigkeit an, die notwendigen Maßnahmen einer Sanierung mit den Wünschen und den finanziellen Möglichkeiten in Übereinstimmung zu bringen.

Bei älteren Objekten steht die energetische Sanierung im Vordergrund: Neue Fenster, neue Elektrik, Wärmedämmung und je nach Bausubstanz auch ein neues Dach sind die Regel. Oft muss auch das Heizsystem erneuert werden. Falls dann auch noch der Keller feucht ist, der Kamin stört, die Raumaufteilung statisch relevant geändert und das Dachgeschoss ausgebaut werden soll, denken viele darüber nach, gleich „Tabula rasa“ zu machen. Wer kann, reißt die „Hütte“ ganz ab und baut nach eigenen Vorstellungen neu.

Nicht selten zwingt der vorgegebene finanzielle Rahmen aber zu Kompromissen, und verleitet dazu, bestimmte Baumaßnahmen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Angesichts der Dauer und des Umfangs der Bauarbeiten kann ich von Stückwerk nur abraten: Wenn der „Demolition Man“ zum Schremmen anrückt, sieht es schnell aus wie nach einem Bombenangriff. Das sollte sich ein Bauherr nur einmal antun. Anstatt die nötigen Baumaßnahmen häppchenweise anzugehen, ist es in der Regel besser, zu warten, bis der finanzielle Rahmen eine durchgängige Sanierung erlaubt.