Passivhaus in Markt Schwaben
Beate Limbacher

Passivhaus in Markt Schwaben

Randbedingungen

Ziel war die Planung und Durchführung eines Einfamilienhauses für eine Kleinfamilie. Für die Realisierung stand eine auf den ersten Blick unattraktive, mit Garage und Schuppen bebaute Restfläche auf dem elterlichen Grundstück in einem alten, gewachsenen Wohngebiet in Markt Schwaben / LK Ebersberg zur Verfügung. Randbedingungen für den Entwurf waren neben dem geringen Platzangebot u.a. begrenztes Budget, möglichst kurze Bauzeit sowie eine energieeffiziente und ökologische Bauweise mit der Möglichkeit von Eigenleistung.

Entwurf
Für die Realisierung wurde der bestehende zweigeschossige Garagenbau teilweise abgerissen und auf eine Geschosshöhe reduziert. Daran schließt der Neubau mit Carport und Eingangsbereich an. Durch die leicht gedrehte Anordnung des Neubaus entsteht ein offenes Hof-Ensemble, dass zum Altbestand Distanz wahrt. Im EG finden sich neben Gäste-WC ein offener Koch-/ Ess- und Wohnbereich mit großer Glasfassade nach Süden. Verkehrsflächen wurden in die offene Raumgestaltung integriert. Durch die Verwendung von Schiebetüren im OG wurde der knappe Wohnraum optimal ausgenutzt. Das Passivhaus-Wärmekonzept sowie die Kombination mit natürlichen, warmen Werkstoffen und Sichtbalkendecken ermöglichen ein in jeder Hinsicht angenehmes Wohnklima.

Bau
Aus Kostengesichtspunkten sowie ökologischen und gestalterischen Gründen wurde für das zweigeschossige, unterkellerte Passivhaus für EG und OG konsequent der Werkstoff Holz eingesetzt. Komplett in Holz ausgeführt wurden insbesondere Tragwerk, Fassade, Zwischendecken, Bodenaufbau sowie Fensterrahmen. Die Holzständerbauweise ermöglichte eine weitgehende Vorfertigung der Tragwerks- und Fassadenbauteile, so dass deren Montage incl. Dacheindeckung innerhalb von einer Woche durchgeführt werden konnte. Die Kombination von Holztragwerk und Dämmstoff machte zudem einen optimalen Dämmwert mit geringer Wandstärke möglich.

Energiekonzept
Insbesondere im Hinblick auf steigende Energiekosten wurde auf eine energieeffiziente Bauweise Wert gelegt. Durch Optimierung der Fensterflächen, konsequente Wärmedämmung, Verwendung von 3-fach verglasten Holzfenstern und Einsatz einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Wärmepumpe konnte auf eine konventionelle Heizung verzichtet und ein Passivhaus realisiert werden.

Ergebnis
Das als Passivhaus konzipierte Einfamilienhaus erfüllt die Anforderungen für Förderungen durch die KfW (KfW 40). Durch kostengünstige Bauweise und Anschlussdetails, geringe Bauzeit, zahlreichen Möglichkeiten für Eigenleistungen sowie minimierten Heizkosten konnte trotz kleinem Budget ein zukunftsorientiertes und ökologisches Wohnhaus realisiert werden.

Baudaten
Wohn-/Nutzfläche: 117 m²
Umbauter Raum: 498 m³
Anzahl der Bewohner: 2-3
Bauzeit: 2006 / 4 Monate